Ein Alptraum für viele!

Das Eindringen in die eigene Intimsphäre und der Verlust von materiellen und ideellen Werten lässt manch ein Opfer traumatisiert zurück.

In Deutschland hat die Zahl der Einbrüche in Wohnungen und Häuser im vergangenen Jahr weiter zugenommen. Laut polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) zählten die Behörden 2014 insgesamt 152.123 Fälle von Wohnungseinbruch. Nach jahrelangem Rückgang verzeichnet die polizeiliche Kriminalstatistik seit 2009 einen um rund 33 Prozent hohen Anstieg der Zahlen bei Wohnungseinbrüchen – Rein statistisch gesehen wird so alle drei bis vier Minuten ein Einbruch in Deutschland begangen. Auch wenn man bis jetzt davon verschont geblieben ist, es könnte wirklich jeden einmal treffen.

Bei Haus- und Wohnungseinbrüchen werden häufig sich ähnelnde Vorgehensweisen angewendet, mit denen Täter Zugang erlangen. Nur wenige Einbrüche erfolgen über die Haustüre. Häufig vergessen Hausbesitzer aber Fenster, Fenstertüren, Nebeneingänge, Lichtschächte zu Kellerfenster oder gar die Kellertür entsprechend auszustatten.

Im Hauptfokus stehen Balkon- und Terrassentüren sowie Fenster, da über diese Bauteile über 75 % aller Einbrüche begangen werden. Viele Fenster lassen sich leider ohne große Mühe einfach aufhebeln.

Ging es in den vergangen Jahren bei Fenster und Fenstertüren in der Hauptsache um Energieeffizienz, kam der Einbruchschutz oft zu kurz. Auch der Glaube, durch ein neues Produkt eine zeitgemäße Sicherheit zu erlangen, trügt. Die Grundausstattung von Fenster und Fenstertüren bieten Schutz vor Wind und Wetter, jedoch keinen spezifischen Einbruchschutz. Einbruchhemmende Beschläge mit Pilzzapfen und Sicherheits-Schließteilen, einbruchhemmende Verglasung, sowie der geprüfte abschließbare Fenstergriff sind nach wie vor Zusatzausstattungen, auf die es zu achten gilt. Bei einem Austausch von Fenster und Fenstertüren regeln Widerstandsklassen (resistance class „RC“) die Einbruchhemmung der Bauteile. Für den Privatbereich wird die Klasse RC 2 und RC 3 polizeilich empfohlen. In der Aufrüstung bestehender Fenster regelt die DIN 18104-1 und 18104-2 die Einbruchhemmung für Fenster und Türen. Eine Aufrüstung von Fenster, Türen und Fenstertüren kann in den meisten Fällen erfolgen. Zu achten ist auf eine fachgerechte Montage der Aufrüstung, da nur eine professionelle Montage die Systeme wirksam macht. Grundsätzlich ist es empfehlenswert, sich vor dem Erwerb von neuen Fenstern und Türen, oder vor der Aufrüstung von Sicherungsmaßnahmen bei einer Beratungsstelle der Polizei sowie im zertifizierten Fachhandel zu informieren. Nach der Installation der Sicherungsmaßnahmen ist darauf zu achten, dass Fenster und Türen beim Verlassen des Hauses richtig verschlossen werden, da nur ein verschlossenes Bauteil wirksame Einbruchhemmung bietet.

Dass die Bemühungen zum Thema Einbruchsicherheit greifen zeigen die jüngsten Zahlen des Innenministeriums Baden Württemberg. Kam es 2014 in Baden Württemberg zu gesamt 13.483 Einbruchsdelikten sank die Zahl 2015 um knappe 10 % auf 12.255 Einbrüche und Einbruchsversuche. Somit ist belegt, dass technische Maßnahmen, Beratung von Polizei und Fachhandel, aber auch Nachbarschaftshilfe und Aufmerksamkeit helfen Einbrüche zukünftig zu verhindern.

Benjamin Heck

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